Portraitfotos von der Destination Hochzeitsfotografin Stefanie Heitmueller.

Herrjee, hier war ja schon wieder viel zu lange nichts los. Eine Hochzeit hat die nächste gejagt, aber ein ganz bisschen Zeit zum Mexiko entdecken und just for fun Fotos war dann doch ;-)

Die Zeit rast wirklich wie im Flug, jetzt bin ich schon seit fast vier Monaten hier und durch viele Hochzeiten an den Wochenenden und Arbeit im Büro in der Woche blieb nicht ganz so viel Zeit um mich um den Blog zu kümmern. Deshalb gibt es heute mal ein buntes Potpourri über einige Erlebnisse und Eigenheiten und einfach ein paar schöne und persönliche Fotos von meinem kleinen Abenteuer hier ;-)

Hochzeitsreportagen in Hannover, Norddeutschland und Destination Weddings weltweitHochzeitsreportagen in Hannover, Norddeutschland und Destination Weddings weltweitHochzeitsreportagen in Hannover, Norddeutschland und Destination Weddings weltweit

Die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für mich übrgens immer noch ein Buch mit sieben Siegeln… Busfahrpläne gibt es nur für Langstrecken in andere Regionen und auch Bushaltestellen gibt es nur sehr vereinzelt. Dafür stellt man sich halt einfach an den Straßenrand an der Strecke des Busses…und wartet. Wenn man sich nicht auskennt, muss man natürlich vorher wissen wo der Bus, der in die Nähe von wo auch immer man hinmöchte, langfährt. Das einzig beruhigende ist, dass die meisten (auch Mexikaner) die schon länger hier leben da auch nicht immer durchsteigen. Eine andere Alternative ist das Taxi. Dazu muss man nur wissen, dass es so etwas wie Taxameter nicht gibt. Man verhandelt vor der Fahrt über den Fahrpreis. Als blonde Europäerin darf man dann gleich dreimal so viel bezahlen, wie ein männlicher Mexikaner….Jippiieh.

Hochzeitsreportagen in Hannover, Norddeutschland und Destination Weddings weltweit

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Die können einem übrigens manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Falls mir nicht mindestens dreimal auf dem Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad irgendein Satz mit der Anrede “Blondie” “Amiga” oder “Bonita” auf der Straße zugerufen wird, bin ich schon fast verwundert. Aber trotz ungewollter Gesprächsanbahnungen, rasender Taxifahrer, die glaube ich den heimlichen Auftrag haben Radfahrer umzunieten und der vielen Barrieren für Zweiradfahrer im mexikanischen Straßenverkehr, genieße ich meine morgendliche Radtour zur Arbeit. Mein Fahrrad ist jetzt übrigens schon das zweite während ich hier bin…Das erste wurde zusammen mit dem von meiner Mitbewohnerin geklaut…direkt vor unserer Haustür mitten am Tag :-( Immerhin ist Fähre fahren einfach, wenn auch bei stürmischen Wetter definitiv nicht empfehlenswert. Die Ausflüge nach Cozumel und Isla Mujeres (Männer gibts da auch) haben sich aber trotzdem gelohnt.

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Während in Deutschland die Schilderwut herrscht, setzt man in Mexiko eher auf  Minimalismus. Es gibt zwar Stopp-Schilder (die im Übrigen eher als gut gemeinter Ratschlag angesehen werden vielleicht ein ganz wenig langsamer zu fahren falls es nicht allzu viele Umstände macht), allerdings gibt es keine Vorfahrtsschilder. Das heißt also man geht davon aus, dass wenn man kein Schild sieht wohl schon Vorfahrt hat und hofft einfach mal, dass der andere ein Schild hat. Da der ganze Ort aus Einbahnstraßen besteht, weiß man auch oft nicht so ganz genau aus welcher Richtung denn überhaupt die Gefahr in Form von suizidalen Collectivo-Fahrern und aggressiven Taxi-Rennfahrern angerast kommt. Wer denkt: Klar kann man doch einfach sehen, da hängt dann ja ein großes Schild, dass man nur in eine Richtung abbiegen darf oder ein auffällig rotes Schild zeigt an: Durchfahrt verboten… Dem kann ich nur sagen: Nööö unter dem Straßennamen hängt meist nur ein kleines Schildchen mit einem Pfeil, der anzeigt in welche Richtung gefahren wird…wenn es überhaupt ein Schild gibt. Dass es vollkommen normal ist mit verbeulten Autos rumzufahren muss ich nicht erwähnen, oder?

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Gerade wenn es um Autounfälle und Verbrechen geht, kann man auch deutlich sehen, wie unterschiedlich die Berichterstattung und journalistischen Standards (keine Ahnung, ob es hier so etwas überhaupt gibt, vermutlich eher nicht) gehandhabt werden. Es ist vollkommen üblich Verletzte, Verursacher und auch Tote ungepixelt und in drastischer Weise in der Zeitung zu zeigen. Hier ist es nicht ungewöhnlich bereits morgens einem blutüberströmten Mordopfer in der Zeitung in die Augen zu sehen, der mutmaßliche Täter wird (falls vorhanden) noch einmal für ein Foto daneben gestellt – da kann auch die Bild noch einiges lernen. Praktisch für die Familie von Unfallopfern ist übrigens, dass neben dem vollen Namen und Kennzeichen, meist auch gleich Adresse und Arbeitgeber des Unfallverursachers (und auch der anderen Beteiligten)  in der Zeitung und auch im Radio mit angegeben werden. Man muss also nicht unbedingt warten bis ein Richter irgendwelche Entscheidungen trifft – selbst ist der Mexikaner!

Mexiko gilt übrigens als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten, Seit dem Jahr 2000 wurden laut Reporter ohne Grenzen mehr als 80 Journalisten ermordet, weitere werden vermisst…ich habe meinen Presseausweis dann auch mal lieber zuhause gelassen…Ich fühle mich aber sehr sicher hier. Wobei man auch sagen muss, dass ich in einem der sichersten Teile des Landes wohne.

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Mexikaner sind größtenteils unheimlich pragmatisch. Wenn etwas repariert werden muss, nehmen sie halt das was da ist, egal wie es aussieht und wie lange es hält, Hauptsache es funktioniert für den Moment. Aber wirklich praktisch und effizient sind sie in vielen Dingen nicht (Vorsicht: Vorurteile ;-). So ist es zum Beispiel üblich, dass man seine Rechnungen für das Wasser im Haus und auch für das Internet persönlich bezahlt. Und nein man kann nicht einfach für ein paar Monate im Voraus bezahlen, sondern muss wirklich einmal im Monat dort aufschlagen, sich in eine ellenlange Schlange stellen und in bar bezahlen. Überweisung? Lastschriftverfahren? Fehlanzeige. Da hilft also nur Abwarten und Tequila trinken ;-)

Hochzeitsreportagen in Hannover, Norddeutschland und Destination Weddings weltweit
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Aber auch wenn man sich an einige Dinge erst einmal gewöhnen muss ist Mexiko einfach ein wunderschönes Land (auch wenn ich ja ehrlicherweise bislang nur einen Bruchteil davon live erleben konnte) und die Menschen sind wahnsinnig herzlich, offen und hilfsbereit. Ich mag das “Unperfekte” und gerade als verwöhnte Deutsche mal wieder daran erinnert zu werden, dass es eben nicht selbstverständlich ist sauberes Trinkwasser aus dem Hahn zu haben und im Supermarkt immer alles zu bekommen, ist glaube ich mal ganz gut ;-) Die langen Sandstrände, Palmen und der karibische Sonnenschein machen natürlich in dieser Ecke von Mexiko auch so einiges wett :-) Aber trotz allem freue ich mich natürlich auch schon wieder auf Deutschland und einige schöne Hochzeitsreportagen im Sommer :-)

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Silhouette vor dem Sonnenuntergang auf Cozumel in Mexiko

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